Auf ein Glas Leitungswasser mit... dem Avocadostore

Nachhaltige Produkte - das umfasst natürlich viel mehr als nur den WASH Bereich, in welchem wir uns mit unseren eigenen Produkten bewegen. Daher werfen wir in unserem heutigen "Glas Leitungswasser mit..." mal einen Blick über unseren Tellerrand und haben Mimi vom Avocadostore ein paar Fragen rund um das Thema nachhaltiger Konsum außerhalb der heimischen Nasszelle gestellt.

1. „Wasser ist zum Waschen da“ – ist ja klar. Ist das Thema „wasserneutral“ bei euch im Avocado Store ein Thema?

Na klar ist das ein Thema. Wir haben z.B. bei uns im Büro Wasserkaraffen für jeden Mitarbeiter und trinken hauptsächlich Leitungswasser.  Da wir in unseren Newslettern auch immer Anregungen geben, wie man umweltbewusster leben kann, geht es bei uns nicht nur um nachhaltige Kleidung, sondern in der Redaktionsplanung geht es oft auch um Themen, die mit Energiesparen oder Wassersparen zu tun haben. Ich glaube, wenn man tolle Produkte zeigt, die es einem leicht machen, das Verhalten zu ändern, fällt es vielen leichter, den ersten Schritt zu wagen. Tolle Beispiele sind z.B. tolle Trinkflaschen oder auch eure Zahnbürste.

2. Du selbst hast Kriminologie und Soziologie studiert – Wie bist du persönlich auf das Thema Nachhaltigkeit gekommen?

Auf jeden Fall schon lange vor dem Studium. Ich bin ein Kind der 80er und damals waren das Waldsterben, FCKW und saurer Regen die großen Buzzwords. In der 3. Klasse hab ich mit Freunden angefangen, in unserem Dorf Müll zu sammeln, wir nannten uns den „Club der Mülleimer“. Schon nach kurzer Zeit waren wir über 100 Kinder und wurden dann von der Stadt Hannover ausgezeichnet. Als Belohnung durften wir dann Greenpeace besuchen, aber auch eine Kläranlage und wir sind auch mit einem Förster durch den Wald marschiert. Das hat mich auf jeden Fall geprägt, und ich habe seitdem immer versucht, mich für den Umweltschutz einzusetzen.

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3. Viele kreative Köpfe und unterschiedlichste Menschen arbeiten bei euch im Avocado Store. Welche Visionen vereinen euch in der Arbeit für den Store?

Das kann ich eigentlich in einem Satz zusammenfassen: Wir inspirieren Menschen dazu, einfach und unkompliziert in ihrem Konsumverhalten, neue Wege zu gehen. Um im Avocado Store gelistet zu werden, müssen die Marken einem eurer zehn Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Wie stellt ihr sicher, dass ein Produkt trotzdem ganzheitlich einem nachhaltigen Ansatz entspricht? Der Begriff der Nachhaltigkeit ist äußerst schwammig. Damit kommt man nie zu einem deutlichen „schwarz“ oder „weiß“. Deswegen reden wir mit den Händlern, lassen uns Zertifikate zeigen, stellen die richtigen Fragen. Wir sind schon lange im nachhaltigen Bereich unterwegs und merken schnell, ob jemand nur Floskeln von sich gibt, oder es ernst meint. Natürlich sind wir kein Testinstitut, das können wir nicht leisten. Wir haben aber drei Punkte, die uns immer helfen, im Zweifel eine Entscheidung zu treffen: 1. Wir stellen immer die Frage: Ist das Produkt eine bessere Alternative zu einem herkömmlichen Produkt? 2. Können Besucher unserer Seite zu jedem Produkt Fragen stellen und auch kritisch kommentieren. Das ist willkommen, regt die Diskussion an. Letztendlich ist der Konsument der, der die Macht hat. 3. Nicht so banal, wie es klingt: Der gesunde Menschenverstand.

4. À propos Nachhaltigkeitskriterien – Wie habt ihr die Kriterien eigentlich festgesetzt?

Wir haben uns damals mit Experten hingesetzt und die Kriterien erarbeitet. Damals sind wir nicht davon ausgegangen, dass sie solange unverändert bleiben. Aber tatsächlich sind die Kriterien seit der Gründung gleich geblieben. Momentan überlegen wir, ob wir das Kriterium „plastikfrei“ einführen sollen, aber Produkte der Kategorie kommen auch im Kriterium „schadstoffreduzierte Herstellung“ gut unter. Falls ein Leser hierzu eine andere Meinung hat, gerne bei uns melden.

5. Mittlerweile ist der Avocado Store der führende Online Marktplatz für nachhaltige Anbieter – ihr seid super! Aber mal ehrlich, was könntet selbst ihr noch besser machen?

Unsere Liste an Dingen, die wir besser machen wollen ist lang. Ganz oben steht die Benutzerfreundlichkeit der Seite, wie z.B. eine Merkliste oder bessere Filter. Aber auch inhaltlich haben wir viel vor. Wir wollen zeigen, dass es Spaß macht, nachhaltiger zu leben. Da leider gerade beim Kleiderkauf noch viel Aufklärungsarbeit beim Konsumenten zu tun ist, wollen wir auch hier ansetzen. Es hat sich viel getan in dem Bereich, aber wir glauben, da geht noch mehr.

6. Ihr seid die absoluten Experten auf dem Gebiet nachhaltiger Konsum, aber der ist häufig etwas komplizierter für den kleinen Geldbeutel. Welche Tipps hast du für’s nachhaltige Einkaufen mit schmaler Brieftasche?

Ich stimme da gar nicht unbedingt zu. Die Eco Fashion Branche, aber auch der nachhaltige Markt haben sich stark entwickelt in den letzten 5 Jahren. Es gibt, wie im herkömmlichen Markt auch, verschiedene Marken mit verschiedenen Styles und Preisen. Die Auswahl wird immer größer, so dass man auch mit schmalem Geldbeutel inzwischen meist fündig wird. Was auch hilft, ist, wenn man sich nicht die Frage stellt, warum ist nachhaltiger Konsum teuer, sondern anfängt zu fragen: Warum ist der herkömmliche Konsum eigentlich so günstig? Ein paar Tipps hab ich trotzdem: Im Modebereich kann ich Second Hand sehr empfehlen. Plattformen wie die Kleiderei (leihen statt kaufen) oder der Kleidermarkt, machen es einem einfach, auch an moderne, gebrauchte Teile zu kommen. Bei allen anderen Produkten, empfehle ich auch, mal in die Biosupermärkte und Reformhäuser zu gehen, hier gibt es öfter mal Rabattaktionen. Und für alle, die auch online unterwegs sind: Achtet auf die Newsletter und auf Social Media, hier gibt es ebenfalls oft Rabattaktionen, nicht nur auf Avocadostore.de. Ich persönliche versuche, weniger, aber dafür besser zu kaufen. Denn wie sagt schon meine oft zitierte Oma: Wer billig kauft, kauft zweimal.

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