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Fashion Revolution Day 2020: Slow Fashion

Rana Plaza

Heute (am 24.04.) jährt sich bereits zum siebten Mal der Tag, an dem die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch einstürzte. Es bleibt bis heute weltweit eine der größten industriellen Katastrophen unserer Geschichte. Bei diesem Unfall kamen mehr als 1.100 Menschen ums Leben, weitere 2.500 Personen wurden verletzt.

Zum Zeitpunkt des Einsturzes waren über 5.000 Arbeiter*innen mit dem Anfertigen von Kleidung für globale Modeunternehmen beschäftigt. Unter unwürdigen Arbeitsbedingungen ließen unter anderem Marken wie Primark, Benetton, Mango, C&A, KiK und Adler Kleidung für den Export zu Löhnen unter dem Existenzminimum herstellen.

Das Gebäude war bereits brüchig, doch durch den enormen Preisdruck in der Modeindustrie wurden die Arbeiter*innen diesem lebensgefährdenden Arbeitsplatz ausgesetzt. Neben denen, die ihr Leben in der Fabrik verloren, waren die anderen existenziellen Notlagen ausgesetzt, da sie meist Alleinverdiener*innen der Familie waren. Es sind vor allem Frauen, die als Näherinnen stundenlang die Kleidung sogenannter Fast Fashion Marken herstellen.

Fast Fashion bezieht sich auf das Modell von beliebten Modemarken, die es sich zur Aufgabe machen, extrem kurzlebige Kleidung zu entwerfen und diese in ständig wechselnden Kollektionen zu präsentieren. Die Produktion neuer Kleidung trägt einen sehr hohen Wasserverbrauch, den Einsatz von schädlichen Chemikalien, der Freisetzung von Treibhausgasen und Unmengen Abfall mit sich.  Es gibt Schätzungen, nach denen jede Sekunde ein Müllwagen voll Textilien in Abfalldeponien landet, oder verbrannt wird. Dabei muss auch bedacht werden, dass einige Materialien, wie zum Beispiel die Pailletten auf unseren Kleidern, erst nach 200 Jahren zerfallen.

Mehr als 70% aller Textilien, die in die EU importiert werden, stammen aus Asien. In Bangladesch ist das Lohnniveau im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern am niedrigsten. Die Textilindustrie in diesen Ländern ist wirtschaftlich von großer Bedeutung. Dabei erfolgt die Arbeit in den Fabriken unter Bedingungen, die mit moderner Sklaverei gleichgesetzt werden. Die Frauen werden zum Zwecke wirtschaftlicher Interessen ausgebeutet und riskieren für einen Hungerlohn ihre Gesundheit und ihr Leben. Die Näherinnen erhalten überwiegend keine Versicherung durch ihre Arbeitgeber*innen, arbeiten monatlich über 100 Überstunden und sind einem hohen Risiko an Arbeitsunfällen ausgesetzt. Den gesetzlichen Mindestlohn, den die Frauen für ihre Arbeit erhalten, liegt vielerorts weitaus unter dem Existenzminimum.

Fashion Revolution

Anlässlich der Rana-Plaza-Katastrophe wurde die Fashion Revolution ins Leben gerufen. Die Fashion Revolution ist eine Bewegung von Politiker*innen, Aktivist*innen, Studierenden und Journalist*innen, die sich einerseits für die Rechte der Arbeiter*innen in den Textilfabriken und andererseits für die ökologische Verantwortung in der Textilindustrie einsetzt.  An dem Jahrestag des Fabrikeinsturzes wird dazu aufgefordert, sich selbst als Konsument*in und den Kleidungsunternehmen die Frage zu stellen: Wer stellt meine Kleidung her?

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Die Frage nach Transparenz: Wer stellt meine Kleidung her?

 

Rana Plaza bewirkt, dass Konsument*innen mehr Transparenz und eine faire Herstellung ihrer Kleidung fordern. Gerade für Modeliebhaber*innen ist die Fashion Revolution eine Plattform, um Modekollektionen nachhaltiger zu gestalten und die Arbeit in der Textilindustrie gerecht zu entlohnen. Die sogenannte Slow Fashion ist die Gegenbewegung der Fast Fashion und setzt sich für langlebige, umweltfreundliche Mode ein. Slow Fashion beschäftigt sich beispielsweise mit der Nutzung alternativer Materialien aus recycleten Stoffen, oder auch mit dem Do-It-Yourself-Upcycling von Kleidung.

Wir befürworten eine Zukunft, in der wir unsere Kleidung lieben und wertschätzen können, für das, was sie ist. Ein wertvolles Stück Arbeit, das uns mit richtiger Pflege lang erhalten bleiben kann. Neben Second-Hand-Shopping, Kleidertäuschen und Flohmärkten denken wir, dass es noch nie so einfach war wie jetzt, fair hergestellte Produkte zu kaufen. 

Slow Fashion

Sofern Du Interesse daran hast, neue Kleidung und Textilien zu kaufen, sind hier Slow Fashion Brands, die wir besonders lieben: Bei unseren Freunden von Kushel gibt es Handtücher und weiche Bademäntel aus Holzfasern, bei erlich Textil nachhaltige Unterwäsche und gemütliche Loungewear und wir lieben die coolen Shirts und Mützen von SALZWASSER. Schau auch gern bei glore vorbei, dem Online-Shop mit einer großartigen Auswahl nachhaltiger Marken im Bereich Mode und Lifestyle. Bei JAN N’ JUNE findest Du nachhaltige Kleidung, die  voll im Trend liegt und bei ULLENBOOM Krabbeldecken und faire Babybekleidung. Die Jungs und Mädels von Besonnen arbeiten an einer zirkulären Verwertung ihrer Yoga Kleidung und zu guter Letzt empfehlen wir noch Rotholz, die Mode im Minimalismus Stil anbieten.

Wenn Du mehr über die Fashion Revolution und Hintergründe der Textilproduktion erfahren wollt, lies hier weiter.

Ob Modefan, oder –muffel, wir hoffen, dass wir gemeinsam mit Euch ein Teil der Fashion Revolution sind, mit der wir Arbeitsbedingungen und Umwelteinflüsse der Modeindustrie neu durchdenken und verändern können.

 

Euer HYDROPHIL Team

 

Dieser Artikel wurde von Jessica verfasst.

 

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Veröffentlichung heute um 17 Uhr.