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Kleiner Leitfaden zu nachhaltigem Konsum

Wo genau wird eigentlich mein Pullover produziert? Unter welchen Arbeitsbedingungen wird meine Zahnbürste hergestellt? Und mit welcher Verpackung liegt meine Kekspackung im Supermarktregal? Immer mehr Menschen ist es wichtig, den Weg ihrer Produkte lückenlos verfolgen zu können. Um das zu gewährleisten, ist es auf der einen Seite Aufgabe der Produzenten und Händler, diesen Weg transparent darzustellen und auf der anderen Seite die Pflicht von aufmerksamen Konsumenten, jedes Produkt kritisch zu hinterfragen.

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Ich bin Lena und mache gerade ein Praktikum bei HYDROPHIL. Eigentlich studiere ich Nachhaltigkeitsmanagement. Dieser Artikel soll euch einen kleinen Leitfaden für nachhaltigen Konsum an die Hand geben. Selbst, wenn Hersteller nicht immer alle Informationen über den Lebensweg eines Produktes zur Verfügung stellen, kann sich jeder noch vor dem Supermarktregal diese Fragen ins Gedächtnis rufen und sich dadurch bewusster für oder gegen einen Kauf entscheiden.

Verpackung

Die Verpackung ist wohl das offensichtlichste Merkmal eines Produktes, das auf den ersten Blick bereits etwas über dessen Umweltverträglichkeit verrät. Ob im Supermarktregal, in der Drogerie oder im Elektrohandel – kleine Verpackungssünder stechen meist schnell ins Auge. Warum brauchen Gurken trotz Schale eine Plastikhülle? Sind kleine Pröbchen von Shampoo und Duschgel in Plastik wirklich nötig? Und muss es wirklich das exotische Mineralwasser in der Einwegplastikflasche sein? Bei jedem Griff zu unnötig verpackten Produkten entsteht mehr Müll – und im Fall der Plastikflasche sogar ziemlich langlebiger: Eine PET-Flasche zerfällt erst nach 450 Jahren. Also lieber häufiger zur unverpackten Alternative greifen. Das ist bei Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse, mittlerweile sogar beim Discounter möglich, ansonsten helfen Unverpacktläden weiter. Dort findet man oft auch selbst hergestellte Deos, Shampoos oder Reinigungsmittel. Bei einigen Produkten (zum Beispiel auch bei unseren Zahnbürsten) bietet sich aus hygienischen Gründen eine Pappverpackung aus recycelten Materialien an.

Was ist zu beachten bei den Inhaltsstoffen und der Art der Herstellung?

Wenn man in Hamburg am Waschbecken steht und sich genüsslich die Zähne schrubbt, liegt der Gedanke an die Herkunft der genutzten Produkte vielleicht erst einmal fern. Welche Roh- und Inhaltsstoffe wurden verwendet? Wo kommen diese her? Sind diese eventuell umweltschädigend? Dabei kann es sich um ganz unterschiedliche Stoffe handeln. Wir bei HYDROPHIL geben euch die Garantie, Produkte ohne Aluminiumsalze, Parabene und Erdöl herzustellen. Während Aluminiumsalze in Verdacht stehen, Brustkrebs und Alzheimer auszulösen, können Parabene das Hormonsystem beeinflussen. Auch Erdöl als fossiler Rohstoff wird bei uns nicht verarbeitet. Aufschluss über die Zusammensetzung eines Produktes liefert oft ein Blick auf die Inhaltsstoffliste, eine Internetrecherche kann bei Fragen zur Herkunft und Gefährlichkeit helfen. Außerdem ist es interessant, sich zu fragen, wie viel Wasser und Strom bei der Herstellung eines Produkts vermutlich verbraucht wird. Wasser ist eine endliche Ressource. Werden in wasserarmen Regionen trotzdem Produkte gefertigt oder angebaut, die einen hohen Wasserverbrauch haben, kann das zu Wasserknappheit oder Dürren führen. Desweiteren gilt natürlich auch, regionale Produkte zu bevorzugen, denn weite Lieferwege führen zu einem höheren CO2  Ausstoß.

Wie genau können sich beispielsweise Arbeitsbedingungen unterscheiden?

Eigentlich sagt bereits der gesunde Menschenverstand, dass ein T-Shirt für fünf Euro nicht unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden kann. Aber nicht immer ist der Preis ein Richtwert, auch teure Marken werden meist unter ähnlich schlechten Bedingungen hergestellt. Vor dem Kauf sollte man sich daher immer einige Fragen zu den Arbeitsbedingungen im Produktionsland stellen. Werden in den Herstellungsländern faire Löhne gezahlt? Werden Sicherheitsvorschriften in den Produktionsstätten eingehalten? Ein besonders wichtiger Punkt ist hierbei natürlich, dass Gesundheitsschäden für die Arbeiter vermieden werden. Ein besonders drastisches Gegenbeispiel ist der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch 2013, bei dem mehr als 1100 Arbeiter getötet wurden. In vielen Herstellungsprozessen werden außerdem giftige Chemikalien, beispielsweise zum Bleichen verwendet. Überstunden sind in Textilfabriken die Regel, Urlaub und Absicherung bei Krankheit oft nur ein Glücksfall. Beim Kauf sind Label wie Fairtrade und GOTS ein guter Anhaltspunkt, ansonsten schaut euch einfach mal auf den Internetseiten der Hersteller um.

Was mich generell an dem Thema stört ist, dass die meisten Firmen diese Information eher verdeckt halten und es sehr lange dauert die richtige Information zu finden. Kennt Ihr das?

Wir bei HYDROPHIL haben es uns zum Ziel gesetzt, faire, vegane und wasserneutrale Produkte zu produzieren. Außerdem informieren wir euch gerne über die Herstellung unserer Produkte. Hier [Link zum dazugehörigen Artikel einfügen] findet Ihr zum Beispiel einen Bericht über den letzten Besuch von Christoph, Wanja und Sebastian bei unseren Produzenten in China. Ganz besonders liegt es uns am Herzen, dass die Menschen die für uns in China die Zahnbürsten produzieren unter guten Bedingungen arbeiten. Deshalb zahlen wir ihnen einen Lohn, der 20% über dem lokalen Mindestlohn liegt und stellen grundsätzlich nur volljährige Arbeiter ein. Der Bambus muss außerdem in der Region um Shanghai nicht zusätzlich bewässert werden. Aber auch hier in Deutschland setzen wir auf eine nachhaltige Produktion: Unsere Seifen werden in Grömitz hergestellt, die Zahnputzbecher in Pinneberg und die Zahnbürstenhalter, Kulturtaschen und die Garderobe sind made in Hamburg. Damit sparen wir lange Transportwege und verringern den CO2  Ausstoß. Wer in Hamburg oder Umgebung wohnt, kann seine Bestellungen außerdem persönlich bei uns abholen und spart damit neben den Versandkosten natürlich auch CO2 durch den Transport.

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Erst durch eine ausreichende Information und Transparenz kann ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden. Als kleine Stütze dafür habe ich euch zusätzlich zu diesem Artikel eine kleine Checkliste erstellt. Produkte, die besonders viele Kriterien erfüllen könnt Ihr guten Gewissens kaufen. Aber keine Panik, nicht immer können alle Punkte zu 100% erfüllt werden – hier heißt es dann abwägen. Vielleicht steht ja hinter der nächsten Ecke schon eine nachhaltigere Alternative zur Verfügung?

• Faire Arbeitsbedingungen

• Gesundheitsrisiken werden vermieden

• Es werden faire Löhne gezahlt

Herstellung und Herkunft

• Umweltschonende Inhaltsstoffe

• Regionale Produktion

• Regionale Inhaltstoffe

• Energiesparende Herstellung

• geringer Wasserverbrauch im Herstellungsprozess

• geringer CO2 Ausstoß in der Herstellung

• nachhaltiges Design

• Langlebig

• Zeitlos

• Reparaturfreundlich

• Verpackung

• Möglichst unverpackt oder wenig, möglichst plastikfreies Verpackungsmaterial

• Umweltschonendes Material

• Recycelbar

• Nachfüllbar

• Umweltfreundlicher Transport

Dieser Artikel wurde von unserer Praktikantin Lena verfasst.

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